Sonntag, 17. April 2016

Buenos Aires zu zweit und die Iguazú Wasserfälle

Mit der Ankunft von Simon am vergangenen Montag Morgen in Buenos Aires, begann auch für mich ein neues Abenteuer. Nicht nur, weil ich in den nächsten Wochen mit ihm zusammen völlig neue Kulturen und Länder kennenlernen werde, sondern auch, weil ich mit jemandem zusammen durch die Strassen von Buenos Aires spazieren konnte. Kaum angekommen, führte ich Simon mit einem typisch Buenos Aires Mittagessen, dem Choripan, in die Welt Südamerikas ein.

Nach diesem Chorizo im Brot, dass (wie ich angenommen hatte) Simon super schmeckte, gönnten wir uns noch einen Alfajor zum Dessert, bevor es zu Fuss etwas durchs Zentrum ging.
Die drei Tage (Montag, Dienstag und Mittwoch) in Buenos Aires waren sehr intensiv. Nebst den täglichen Spaziergängen durch die Stadt, wollten alle meine Freunde natürlich Simon kennenlernen. Da war es kein Wunder, dass dieser kurzfristig sprachlich überfordert war. Logisch, in meinem Büro sprachen die Chicas je nach dem Englisch, Deutsch, Schweizerdeutsch oder Spanisch mit ihm. Aber in Südamerika muss man nur sympathisch lächeln und dann kommt alles gut. ;-)
Natürlich liessen wir uns auch das geniale argentinische Fleisch nicht entgehen. Die Steaks waren erneut perfekt gross und super lecker!


Auf argentinische Art von Buenos Aires nach Puerto Iguazú

Normalerweise wär ein 2h Flug von A nach B knapp einen Satz in einem Blog wert. Aber glaubt mir, fliegt ihr einmal in Südamerika, geht ihr lieber davon aus, dass irgendetwas komisch läuft - denn so war es bei uns. Da es am Donnerstag Morgen sehr neblig war, mussten viele Flüge vom nationalen Flughafen in Buenos Aires gestrichen oder verschoben werden. Unser Flug war zwar erst um 13:00 angesagt aber meine Onkels wiesen uns dennoch auf allfällige Wartezeiten hin.
Begonnen hatte der Spass am Bagage Drop-Off. Irgendwie versammelten sich plötzlich alle Schalter Frauen/Männer um einen Schalter und hielten eine Sitzung ab. Dass die Schlange vor den Schaltern schon ohne grosse Wartezeit genug gross war, schien die Angestellten nicht zu stören.

Flieger schauen ist ja schon spannend, aber nicht bei diesem Durcheinander. :-P

Weiter gings mit der Gate Suche. Denn auch wenn unser Flug nur noch 1h weit weg lag, war das Gate immer noch nicht angegeben. Nach leichtem Herumirren in der Gate Halle, fragte ich einen Arbeiter des Flughafens, was wir denn tun sollen. Zum Glück, denn spätestens um 12:30 mussten wir durch die Sicherheitskontrolle der Gates Nummer 1 - 16. Meine Frage stellte ich um 12:25. Aber ganz ehrlich, woher sollen wir wissen, dass wir durch diese Sicherheitskontrolle sollen, wenn ja das Gate noch nicht angegeben war?!
Das nächste Durcheinander zeigte sich uns am Schalter, wo wir in den Flieger einsteigen konnten. Die Schlange war riesengross und als wir uns anstellten, wurde plötzlich ein anderer Flug (in den Süden Argentiniens, nach Bariloche) geboardet. Es gab ein grosses Durcheinander weil niemand wirklich wusste, wohin denn nun die Iguazú Fliegenden sollen. Schlussendlich, bereits mit 1 Stunde Verspätung um 14:00, begannen sie mit dem Boarden unseres Fluges. Aber bereits nach fünf Minuten wurde verkündet, dass man aufgrund technischen Problemen doch noch nicht boarden kann, da es technische Probleme mit dem Flieger gab. Die nächste Info sei um 15:00 Uhr.
Wir setzten uns, gleichzeitig genervt und amüsiert, in ein Kaffee und warteten die 3 Uhr ab. Doch als ich zum Gate ging, pünktlich, war alles wie ausgestorben. Die Dame am Gate meinte dann, ja sie hätten schon lange geboardet und unsere Namen auch schon mehrmals ausgerufen. Glücklicherweise schafften wir den Flug noch aber dies kam uns total dämlich vor. Denn wenn man sagt, um 15:00 Uhr gibt man die nächste Information raus, dann kann man doch nicht einfach früher boarden...! Naja, wir sassen im Flieger und kamen schlussendlich mit zwei Stunden Verspätung in Puerto Iguazú an.

Iguazú Wasserfälle Argentinien 

Am Tag nach unserer turbulenten Anreise, machten wir uns gespannt auf den Weg zu den Iguazú Wasserfällen. Zwar fuhren wir am Bus Terminal erneut mit 20 Minuten Verspätung ab, aber wir und besonders ich waren uns das Warten ja nun gewöhnt. ;-)
Im Park angekommen brachte uns ein kleiner Zug zur ersten Station. Da die Mehrheit als erstes zum Garganta del Diablo (dt. Teufelsschlund) geht, entschieden wir uns, die Attraktionen in umgekehrter Reihenfolge zu machen.

Nicht ganz Suva gerecht, aber enorm süss gemacht: Der Zug zu den Wasserfällen.

Der erste Rundgang führte uns auf Holzstegen mitten durch den Urwald. Auf dem Weg sahen wir die Wasserfälle das erste Mal von Weitem. Das Tosen des Wassers war bereits von dieser Entfernung zu sehen und wir beide waren bereits einmal begeistert. Der erste Rundgang führte uns auch an vielen kleineren Wasserfällen vorbei, wo wir sowohl von oben auf die tiefen Abgründe, als auch von unten auf herabfallendes Wasser schauen konnten.

Im Ganzen Park bewegte man sich auf solchen Stegen.

Unser erster Blick auf die berühmten Wasserfälle.

Posieren Mitten im Urwald.

Die "Dos Hermanas" (dt. Die zwei Schwestern)

Der zweite Kurs führte uns in etwas höher gelegene Ebenen. Hier befanden wir uns nicht mehr unter den Wasserfällen, sondern befanden uns oben auf den Klippen. Die grossen Fälle konnten wir nun etwas mehr von der Seite anstatt von vorne sehen, was das Szenario nicht minder interessant machte. Auch der Spaziergang über die Wasserfälle, umgeben von Wasser, war sehr speziell.

Weiterer, wundervoller Blick auf die Iguazú Wasserfälle

Etwas angsteinflössend aber auch enorm eindrücklich.


Der zweite Rundgang führte uns auf die gleiche Ebene wie die Wasserfälle.

Hervorragendes Panorama.

Schlussendlich machten wir uns, wieder mit dem Zug, auf den Weg zur Hauptattraktion, dem Teufelsschlund. Ein Steg führte uns 10 Minuten lang über reines, fliessendes Wasser, bevor uns das immer lauter werdende Tosen, die Anwesenheit von Wasserfällen ankündigte. Und es ist wahr, der Teufelsschlund ist wirklich das Highlight der argentinischen Wasserfallseite! Man befindet sich gleich neben dem Abgrund und wer nicht nass werden will, meidet diesen Ort besser. Einfach total genial und unglaublich!! Schaut am liebsten selbst:
Kurz vor der Plattform sieht man das erste Mal den Teufelsschlund.

Blick von vorne auf den Teufelsschlund.

Nasenbären übersäten sowohl den brasilianischen, als auch den argentinischen Teil des Parkes.
 
Wie gesagt, am Teufelsschlund wird man nass. ;-)

Iguazú Wasserfälle Brasilien

Am nachfolgenden Tag wollten wir mit dem Bus von Puerto Iguazú nach Foz de Iguazú (Brasilien) reisen, um uns danach noch die brasilianische Seite der Wasserfälle anzuschauen. Aber auch diese Überfahrt erwies sich als komplett unorganisiert. Einerseits war im Bus überhaupt kein Platz für Koffer, sodass wir wohl oder übel zwei Sitzplätze für unsere Koffer in Beschlag nehmen mussten. Dann mussten an der Grenze alle aussteigen, um die Ausreise aus Argentinien zu machen. Der Bus war danach doppelt so voll wie vorhin, weil wahrscheinlich noch sonstige Passagiere einstiegen. Nach weiteren 200 Metern Fahrt hielt der Bus und lud vier Leute aus. Ich wunderte mich noch, wieso wir denn keine Einreise nach Brasilien machten mussten und fragte zur Sicherheit eine der Mitfahrenden, wieso denn hier einige ausstiegen. Sie sagte mir dann, dass alle, die länger als einen Tag in Brasilien bleiben, hier aussteigen müssten, um die Einreise nach Brasilien zu machen. Erneut hatten wir Glück, dass meine Intuition nach Nachfragen schreite denn hätten wir diese Einreise nicht gemacht, dürften wir nicht mehr aus Brasilien ausreisen.
Gestresst ausgestiegen und die Einreise erledigt, mussten wir nun auf den nächsten Bus warten. Dieser sollte in 20 Minuten kommen aber natürlich warteten wir eine knappe Stunde. Schlussendlich kamen wir jedoch ohne weitere Probleme im Hostel in Foz de Iguazú an und machten uns am Nachmittag auf den Weg zu den Wasserfällen.

Man sagte mir im Voraus oft, dass die brasilianische Seite weitaus weniger spektakulär sei, als die argentinische und dass man deswegen zuerst nach Brasilien fahren soll. Klar, der brasilianische Teil ist viel kleiner und kann ohne Weiteres in einem halben Tag besichtigt werden. Aber was das Spektakel anbelangt kann diese Seite der Argentinischen definitiv das Wasser reichen. Denn man sieht die Wasserfälle auf völlig andere Weise. Und an einem Aussichtspunkt (sogar nässer als am Teufelsschlund) befindet man sich in Mitten von tosenden Wasserfällen. Da läuft man nicht über einen ruhig fliessenden Fluss, sondern über Wasser, dass nur wenige Meter weiter hunderte Meter in die Tiefe stürzt.

Blick von der brasilianischen Seite auf den Teufelsschlund.

Dies ist der gleiche Wasserfall, den ihr auch auf dem Bild oben seht.

Auf einer Plattform, befand man sich inmitten von Wasserfällen.

Wieder einmal "Pflotsch nass" ;-)
Schlussendlich haben uns beide Seiten der Wasserfälle enorm gut gefallen! Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie die Erosion von Wasser solche Steinsschluchten geschaffen und somit solche Wasserfälle ermöglicht hat.
Am Abend gingen wir noch in ein typisches brasilianisches Restaurant, wo man uns das Fleisch am Spiess an den Tisch servierte. Es war sehr speziell zu sehen und wir probierten Fleischsorten, von denen wir vorher nicht einmal wussten, dass sie essbar waren. Ganz stolz war ich natürlich, als mich einer der Kellner fragte, ob ich Brasilianerin sei! Als ich verneinte meinte er, ich spreche sehr gut Spanisch und Brasilianisch. Und dieses Kompliment, ohne ein Wort Brasilianisch zu können. ;-)

Heute Sonntag fliegen wir nach Lima, die Hauptstadt Perus. Wir sind enorm gespannt, was die nächsten Tag auf uns wartet!


Kommentare:

  1. Danke für die Zeilen, die wiederum spannend zu lesen sind.

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  2. Beim Lesen dieses Blog-Beitrages fühlt man sich mittendrin im Wasserfall von Iguazù!

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  3. Was ich aus deinem Bericht sehe ist, dass ab jetzt Geduld gefragt ist und die Fähigkeit zu spontanen Anpassungen des Programms. Dies gehört zu Lateinamerika mit all seinen Reizen! Geniesst es und lasst euch nicht stressen!

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