Donnerstag, 10. März 2016

Der Nachteil eines heissen Sommers

Hallo zusammen! Ich melde mich mal wieder live aus Buenos Aires. Wenn ihr denkt, dass ich das Blog Schreiben letzte Woche vernachlässigt hätte, dann muss ich euch wieder sprechen. ;-) Meine letzten eineinhalb Wochen waren leider einfach nicht wahnsinnig ereignisreich, als dass es einen für euch spannenden Blog gegeben hätte.

Wohnungswechsel


In den letzten drei Wochen ist die Bewohneranzahl in der WG von einer auf acht Personen angewachsen. Aber, so toll dies auch klingt, stellt euch das Chaos vor, wenn acht Personen in einer Wohnung mit einem Bad wohnen und sich niemand dafür interessiert, die Dinge auch nur etwas sauber zu halten. Das Sprichwort "Gehört es Allen, gehört es Niemandem" wurde gekonnt in die Tat umgesetzt. Somit war es kein Wunder, dass nach kürzester Zeit die Kakerlaken sowie sonstige Käfer in der Küche auftauchten. Ich verbrachte als schlussendlich die meiste Zeit damit, die Küche etwas sauber zu halten und mich über den Dreck zu nerven. Die Teller wurden einfach halbsauber in den Abtropfer gestellt und nicht mehr versorgt, Pfannen zum teil dreckig auf dem Herd gelassen, der Herd nach dem Kochen einfach ölig stehen gelassen und das Wort "Putzlappen" kannte wohl auch keiner. Und lag mal irgendwo ein Plastiksack am Boden, so gehörte dieser natürlich niemandem. So blieb beispielsweise ein Plastiksack von unbekanntem Besitzer vier Tage Mitten im Gang liegen, bevor ich mich dann doch dazu durchdrang, ihn zu entsorgen. Des Weiteren kam es nicht selten vor, dass einer meiner WG Bewohner auf die Idee kam, morgens um 1 Uhr eine Party oder eine sonstige Reunion zu veranstalten. Ohne Rücksicht auf Schlafende. So ist es nur erdenklich, dass ich die letzten beiden Wochen nicht ausgiebig zum Schlafen kam. Einmal kam es sogar vor, dass die 23-jährige Peruanerin um 5 Uhr an einem Samstag Morgen Sturm klingelte, weil sie (noch) keinen Schlüssel hatte. Was glaubt ihr, wer sich nach 1/2 Stunde dazu durchdrang, aufzustehen? Richtig: Ich ;-)
Nun, was tut man in einem solchen Fall? Ausziehen. Da meine Tante mich aus privaten Gründen noch nicht in ihrer Wohnung aufnehmen wollte, suchte ich per Air BnB  eine 1-Zimmer-Wohnung. So durfte ich heute Mittwoch Morgen hoch motiviert und erfreut in einen neuen, sauberen und ruhigen Ort umziehen. Das Monoappartement befindet sich nicht unweit meines ehemaligen Wohnorts. Das Zimmer ist jedoch auf den Innenhof ausgerichtet, womit ich den Grossstadtverkehr definitiv weniger höre, als noch am alten Ort. Das Ambiente ist jenes eines Hotelzimmers. Einfach noch mit einer mini Küche. Ich freue mich also auch die letzten zweieinhalb Wochen hier. Kein (oder immerhin nur mein) Dreck, keine Störungen früh morgens und niemand und das Wichtigste, keine Kakerlaken!

Gemütlicher Mittwoch Abend


Das wohl Beste an der letzten Woche war der Mittwoch Abend. Nach getaner Arbeit zog es meine Bürogefährtin Denise und mich in die "Barstrasse" Reconquista. Viel uns die Auswahl zwischen den eigentlich allen gleich aussehenden Bars mit grundsätzlichem gleichem Angebot sichtlich schwer, so fanden wir dann dennoch ein passendes Örtchen. Gemütlich über Gott und die Welt tratschen, an seinem Drink (die hier übrigens genauso teuer sind, wie in der Schweiz) nippen und sich eine Portion Pommes - überbacken mit Käse und einer Art Wienerli - teilen. Einfach gemütlich.

Ein weiteres Selfie. Mit Hilfe einer Drittperson wäre das Foto wohl noch etwas schöner geworden. ;-)

Leberattacke


Die nun folgende Geschichte ist der Grund, weswegen ich euch kein spannendes Erlebnis von meinem Wochenende erzählen kann. Ich hatte eine, in Argentinien nicht unbekannte, Leberattacke. Diese tritt ein, wenn man beispielsweise etwas gegessen hat, was in einem nicht mehr allzu gutem Zustand war. Aufgrund der sehr warmen und feuchten Sommer hier in Buenos Aires, kann es durchaus mal vorkommen, dass ein schlechtes Nahrungsmittel über den Ladentisch geht. Vielleicht war aber auch der unhygienische Zustand meiner ehemaligen WG dafür zuständig.
Fakt ist, dass ich mich bereits die ganze Woche nicht wahnsinnig fit fühlte. Ich hatte ständig enorme Kopfschmerzen, konnte mich schlecht konzentrieren. Am Freitag war dann der "Shut Down": Kopfschmerzen, leichte Temperatur, Schwindel und das Gefühl, als würde mir die Stirn ins Gesicht fallen. Laut meinem Onkel war ich auch bleich. Aufgrund meiner Symptome tippte Philipp auf jene Leberattacke und trieb für mich eine Tablette auf, die der Leber helfen sollte. Als Folge davon verbrachte ich Freitag Nachmittag und den ganzen Samstag im Bett.
Immerhin hatte ich so etwas Zeit, meine Rundreise zu planen, die am Karfreitag losgeht. So hat jedes Ereignis seine Vor- und Nachteile. ;-)

Das Subjektive an der Temperatur


Wieder bei meinen alten Kräften, hoffe ich, dass ich dieses Wochenende irgendetwas erleben kann. Bisher spuckt mir wieder die Idee eines Parilla Besuchs im Kopf herum. Mal schauen, ob es dann wirklich ein Steak gibt. Aber eins ist sicher, es gibt noch Unmengen von Parillas, die ich noch nicht ausprobiert habe. :P
Aufgrund des kommenden Herbstes sind die Temperaturen in den letzten zwei Wochen gesunken. Nun haben wir zwischen 22 und 25 Grad. Dies erscheint euch nun wahrscheinlich als angenehm warm. Tatsächlich realisierte ich gestern, dass diese Temperaturen in der Schweiz "Sommer" bedeuten. Aber nach drei Monaten mit 30 Grad und mehr, kommen mir die 22 - 25 Grad etwas frisch vor. An kurze Hosen ist jedenfalls nicht zu denken. Dafür ist es mir "zu kalt". Was für ein Luxusproblem. Ein Gruss also in die kalte Schweiz! ;-)

Kommentare:

  1. Hoppla - wie bringt man in eine Dreibettwohnung acht Personen? Dies tönt ja wie bei der berühmten Frage: wie bringt man 4 Elephanten in einen VW! Bei dir dürfte die Antwort wohl sein: man stelle in zwei der drei Zimmer zusätzliche Betten rein! Die Frage nach den Elephanten kann ich bei Bedarf auflösen :-)

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    1. Tatsächlich war es bereits bei meinem Einzug eine 5-Bett Wohnung. ;-) Jedoch wohnten wir zuerst zu dritt und ich danach alleine dort. Um möglichst viele Leute in die WG zu packen (aus ökonomischen Zwecken versteht sich), liess der Vermieter kurzerhand noch 2 Zimmer mehr einbauen. Das grösste Zimmer wurde von 2 Peruanern bezogen - somit kommt man auf 8 Personen. ;-)

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  2. Chaosmanagement mag ja hin und wieder lustig sein - nicht aber, wenn Kakerlaken die Folge sind und jeder den Dreck auf den anderen schiebt. Somit ist das Air BnB die perfekte Lösung!

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    1. Da stimme ich dir komplett zu. Spätestens an jenem Morgen, als mich unter der gemütlichen Dusche plötzlich eine Kakerlake (den Duschvorhang raufkletternd) begrüsste, war für mich klar: "Ich muss hier raus!".
      Eigentlich fand ich es sehr schade, dass der Eigentümer nicht neue Pfannen (die aktuellen stammen wohl noch aus vergangenen Jahrhunderten) gekauft und das Bad renoviert hatte, anstatt noch 2 Personen mehr ins Haus zu bringen. Aber so setzen gewisse Menschen ihre Prioritäten. Und im wirtschaftlich unsicheren Argentinien sieht man lieber Geld als Inovation wie es mir scheint.

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  3. Leberattacke - klingt dramatisch! Ich hoffe, es geht dir jetzt wieder gut und die Kräfte kommen zurück! Weiterhin alles Gute!!

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    1. Nach zwei Tagen Bett hüten hatte sich mein Körper glücklicherweise wieder einigermassen erholt. Nun, knapp 1 Woche danach, fühle ich mich wieder vollständig genesen. Ein zweites Mal, möchte ich dies jedoch lieber nicht erleben.

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