Sonntag, 11. Oktober 2015

Bittersüsse Schokolade - Laura Esquivel

Das Land Mexiko faszinierte mich bereits als Kind. Gründe dafür fallen mir nie ein, ich weiss nur, dass ich schon als kleines Kind bei den Fussball WMs für Mexiko gefant habe, dass ich Sombreros schon immer cool fand und dass ich vor allem Fajitas über alles zu lieben begann. Leider konnte ich meine Eltern nie dazu bringen, mit uns nach Mexiko in die Ferien zu fahren. So ist es nur selbsterklärend, dass mich das Intro des Buches, welches mir typisch mexikanische Kochrezepte versprach, sogleich verleitete das Buch zu kaufen.



Das Buch erzählt das Leben von Tita de la Garza, ein Mädchen, dass zur Zeit der Revolution in Mexiko geboren wird. Sie kommt in der Küche zur Welt und verbringt dort auch die grösste Zeit ihres ganzen Lebens. Sie liebt das Kochen und die traditionelle mexikanische Küche und lernt von ihrer Ziehmutter und Hausköchin Nacha alles über die Kochkunst. Als Jüngste von 3 Töchtern darf Tita, nach dem Willen ihrer traditionsbewussten Mutter, nicht heiraten und muss bis zu deren Tod für ihre Mutter sorgen. Auf diese Weise muss Tita erleben, wie ihre grosse Liebe Pedro ihre Schwester heiratet um Tita nahe sein zu können. Allein beim Kochen fühlt sich Tita wohl und kann so auch ihre wahren Gefühle ausdrücken, sodass beim Essen jeder erlebt, was Tita während dem Kochen gefühlt hat. Zum Beispiel muss Tita den Hochzeitskuchen für ihre Schwester und ihre grosse Liebe Pedro backen. Aus Kummer weint sie in den Hochzeitskuchen, was zur Folge hat, dass die Gäste auf der beginnen, sich nach dem Verzehr des Kuchens schlecht zu fühlen und sich zu übergeben. Jedes Kapitel des Buches steht für einen Monat des Jahres und beginnt mit einem Kochrezept, u. a. Wachteln mit Rosenblättern (März) und Chillis in Walnussauce (Dezember), das Juni-Rezept beschreibt allerdings die Herstellung von Streichhölzern.
Ich muss sagen, dass mir das Buch überhaupt nicht entsprochen hat. Ich habe mich auf Rezepte mexikanischer Kultur gefreut und vor allem darauf, diese zu Hause selber auszuprobieren. Ich wollte mein kulinarisches Wissen erweitern und begann voller Vorfreude zu lesen. Da zu Beginn jedes Kapitels ein neues Rezept geschrieben stand merkte ich erst nach mehreren Kapiteln, dass die Rezepte nicht wirklich umsetzbar sind. In den 12 Kapiteln – jedes Kapitel wiederspiegelt einen Monat – fand ich knapp zwei Rezepte, die man einmal ausprobieren könnte. Begeistert hat mich jedoch keines. So war ich sehr schnell ernüchtert, da ich aufgrund des Buchdeckelbeschriebs brauchbare Rezepte erwartete hatte. Da ich dem Buch nun bereits sehr kritisch gegenüber stand war es schwierig, meine Erwartungen zu erfüllen. Ich muss jedoch sagen, dass das Buch für Realisten nicht sehr gut geeignet ist. Den Menschen im Buch passieren Dinge, die mir völlig unlogisch erschienen. Seien dies Reaktionen, auf das mit Gefühlen gekochte Essen oder auch nur Krankheiten, die den Protagonisten wiederfahren sind. Zudem konnte ich mich nie wirklich mit Mama Elena, der Mutter von Tita, identifizieren. Sie war mir zu weltfremd und zu brutal. Vor allem als ich erfuhr, dass Mama Elena eine ähnliche Erfahrung bezüglich der grossen Liebe gemacht hat, wie sie auch Tita wiederfahren ist, hatte ich noch mehr Schwierigkeiten mit dieser Ausdrucksstarken Person.
So bleibt mir am Ende dieses Textes nur eines zu sagen übrig. Das Buch „Bittersüsse Schokolade“ habe ich zu Ende gelesen, damit es zu Ende war.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen